Verloren in Social Media?

26. März 2010 · 26 comments

Haben wir den Tunnelblick? Für viele von uns dreht sich seit Monaten alles um Social Media, für unzählige Probleme rund um Internet, PR, Selbstvermarktung und vieles andere suchen wir eine Lösung in und durch Social Media.

Laufen wir Gefahr in den Social Media Tunnel abzugleiten, wenn wir nicht sogar schon darin verschwunden sind. Sind viele von uns schon „betriebsblind“?

Seit Wochen kommt mir immer wieder der gleiche Gedanke. Ich befürchte wir verlaufen uns  in Nichtigkeiten, welche den Großteil der Bevölkerung nicht tangieren. Wir glauben Social Media sei ein All-Heilmittel, ganz einfach weil wir den ganzen Tag damit zu tun haben.

Die seit Tagen durch das Netz geisternde Greenpeace Kampagne gegen Nestlè war für mich jetzt der passende Aufhänger um mal zu prüfen was „Normal-User“, also keine Poweruser wie wir, davon mitbekommen.

Es ist mit einem Wort gesagt: NICHTS

Befragt habe ich in den letzten Tagen 20 Menschen aus meinem Umfeld, die nichts mit PR, Social Media am Hut haben. Alle sind zwischen 30 und 50 Jahre alt und nutzen das Internet ganz normal, sprich sie suchen mal etwas oder schreiben Emails. Also der ganz normale Bürger.

Das Ergebnis war irgendwo erschreckend und zeigt mir wie sehr wir uns vom normalen Alltag da draussen schon entfernt haben.

Eines ist klar, immer mehr Menschen nutzen Facebook und ähnliche Netzwerke, die Verweildauer auf diesen Social Networks steigt ständig und dennoch fürchte ich, wir überbewerten das Ganze bzw. sind wir der Zeit um Monate, wenn nicht sogar um Jahre voraus. Was man ja auch daran sieht, dass die meisten Unternehmen noch nicht soweit sind und Angst vor der Teilnahme an Social Media haben.

Versteht das jetzt nicht falsch, ich liebe Twitter und den Austausch mit Euch, ebenso schätze ich die teils sehr guten Informationen, die man oft Stunden oder Tage vor den Nicht-Power-Usern bekommt. Aber vielleicht sollten wir die Basis bzw das Grundlegende nicht aus den Augen verlieren.

Ja, wir sind Influencer, so heißt es doch immer so schön, aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung sind und der Mensch da draussen unser Tempo nicht mitgehen kann.

Jetzt bin ich gespannt wie Ihr die Sache seht.

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Daniel März 26, 2010 um 18:07

Ich kann dir da nur zustimmen und ich habe auch seit ca. einer Woche diesen Gedanken im Kopf. Was wir da eigentlich machen interessiert die “Normal-Bürger” überhaupt nicht. Social Media ist nur ein ganz kleiner Teil des Internets.
Deshalb sollte man auch im Marketing nicht zu viel Social Media im Kopf haben. Die meisten Menschen wissen noch gar nicht was das ist und benutzen es auch nicht.

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Tom Siegmund März 26, 2010 um 18:15

Anders. Einfach anders (wie der Claim meines Radiosenders, wenn die Werbung für meine Sendung geduldet;)
Der Sender, wie auch ich, sind early adopter und haben die Verantwortung, der breiten Masse die Angst zu nehmen.

Da geb ich dir Recht, das große Unwissen zeigt sich als Angst.
Wenn wir es nicht nützen und zeigen was es kann und welche Vorteile es bringt offen zu Handeln, wird sich nichts und die Welt nicht ändern.

In unserem Mikrokosmos hat es das schon.
Spread it!

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Jürgen März 26, 2010 um 18:31

erstmal danke für Eure Kommentare auf meinem noch jungen Blog ;-)

@Tom ich gebe Dir recht, wir müssen die Menschen behutsam an Social Media heranführen. Denn Early Adopter zu sein birgt auch ein große Verantwortung.

Und ja Deine kleine Werbung ist geduldet ;-)

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Frank März 27, 2010 um 07:46

Ich kann Deinen Gedanken zwar nachvollziehen, aber ich glaube Du verallgemeinerst hier zu sehr. Die Gedanken geistern mir seit 1-2 Jahren immer wieder durch den Kopf.

Ich denke es ist einfach eine Frage der Einstellung zu wissen, dass Social Media und das treiben drum herum nicht der Mittelpunkt der Welt ist. SM ist noch nicht mal bei einem großen Teil der Internetnutzer angekommen, geschweige denn bei einem großen Teil der Gesamtbevölkerung. Dessen sollte man sich bewusst sein, das sollte uns aber andererseits denke ich nicht daran hindern dem Thema einen hohen Stellenwert beizumessen. Im Laufe der Zeit wird es für immer mehr Probleme eine Lösung im Bereich Social Media geben – um an Deinen Beitrag oben anzuschließen.

Und ja, wir sind der Zeit voraus – aber ist das nicht unser Job? ;-)

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Jürgen März 27, 2010 um 08:04

Frank, ich habe die Aussage des Artikels bewußt sehr allgemein gehalten, weil viele von uns (hier sind hauptsächlich die gemeint die beruflich mit SM zu tun haben) rund herum nichts Anderes mehr gelten lassen.

Social Media gehört die Zukunft, das ist klar, so sehe ich das auch. ich denke nur wir müssen der Bevölkerung gegenüber das Tempo etwas reduzieren, da sonst die Kluft zu groß wird. Wir müssen sie behutsamer an das thema heranführen als dies zur Zeit oft geschieht.

Es heißt immer nur Jeder muss in SM mitmachen ohne auf dessen Situation einzugehen.

Aber das ist Stoff für einen der nächsten Artikel.

Ja, es ist unser Job der zeit voraus zu sein ;-)

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Mirko Lange März 27, 2010 um 08:07

Hallo Jürgen,

du hast recht. Und auf den anderen Seite eben auch nicht. Aber auf jeden Fall ist Dein Gedanke berechtigt.

Recht hast Du damit, dass “wir” uns mit Themen beschäftigen, von denen andere nichts mitbekommen. In diesem Fall “Social Media”.

Unrecht hast Du, wenn Du meinst, dass man sich deswegen Sorgen machen muss. Denn das ist kein Phänomen von Social Media. Abgesehen von einigen ganz wenigen Themen (Fußball-Weltmeisterschaft, äh… und jetzt muss ich schon nachdenken), wirst Du kaum aktuelle Themen finden, die alle (oder auch nur der überwiegende Teil) Menschen kennen – zumindest wenn sie noch recht neu sind.

Ich habe 20 Jahre Erfahrung damit, Dinge “bekannt zu machen”. Und ich könnte dir ein Dutzend Beispiele nennen, mit welchen kleinen Effekten man anfangs rechnen muss, wenn man nicht 20 bis 30 Millionen Euro in eine Werbekampagen steckt – und das ist kein übertriebener Wert. Schau dir doch nur mal unseren aktuellen Fall “Flip” an. Wir haben in 5 Monaten 1.500 Presseveröffentlichungen erreicht. Es haben von der FAZ über das Handelsblatt bis zur Süddeutschen und der Frau im Spiegel “alle” Medien berichtet. Auch das Fernsehen. Und jetzt geh mal in die Fußgängerzone und frage 100 Menschen, ob sie “Flip Video” kennen. Mein Tipp wäre: Du wirst ein oder zwei treffen.

Ist das ein Indiz dafür, dass die Themen unwichtig sind, nur weil von ihnen noch keiner gehört hat? Nein. Definitiv nicht. Das ist immanent.

Und suchen “wir” die Lösung in Social Media? Manche vielleicht schon. Die alte Frage: Wenn “Social Media” die Antwort ist – was war noch mal die Frage? Social Media ist eine Erweiterung, eine Ergänzung, eine Bereicherung der aktuellen Möglichkeiten zur Kommunikation. Und die folgt einem kulturellen Trend zu weniger Partizipation und mehr Mitsprache. Gilt das für alle und jeden? Nein! Ist das trotzdem relevant? Ja!

Und es ist eine sehr gute und sehr wertvolle Entwicklung. Nicht mehr und nicht weniger.

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Mirko Lange März 27, 2010 um 08:21

Edit:

“Und die folgt einem kulturellen Trend zu weniger Partizipation und mehr Mitsprache.” ist falsch.

Es sollte heißen: “Und die folgt einem kulturellen Trend zu weniger Konsum und mehr Partizipation.”

Und das schreibend will ich das eigentlich relativieren: Es gab schon immer viele Menschen, die mitsprechen wollte – die aber auch schon immer im Verhäältnis wenige waren. Social Media ist eben ddas Ausdrucksmittel der Enaggierten. Und der Rest schaut eben zu – oder auch nicht. Auch das war schon immer so :-)

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Jürgen März 27, 2010 um 09:09

Mirko, die Problematik für mich ist einfach, dass viele von “uns” da draussen Social Media als Allheilmittel sehen.

Und das ist es einfach nicht. Social Media kann sehr viel erreichen, sinnvoll eingesetzt. Eben für die Unternehmen zu denen es passt, z.B für trendige Produkte.

Für eine solche Nutzung bin ich ja absolut, ich sehe ja auch eine große Zukunft für Social Media.

Und dennoch ist es nicht für Alles und Jeden einsetzbar, genau darum geht es mir. Man kann SM einfach nicht so “verkaufen”, denn für viele Zwecke und Unternehmen ist es nicht oder noch nicht der richtige Weg.

Bei dir habe und hatte ich ja das Gefühl, dass Du genau abwägst wem Du diesen Weg epfiehlst. Nur das tun nicht alle und genau da sehe ich das Problem.
Ich sehe einfach die Gefahr das SM von Vielen überbewertet wird, ganz einfach weil es für uns das normalste der Welt ist, für die Masse aber eben nicht.

Es liegt in unserer Verantwortung die Masse da draussen behutsam an das Thema heranzuführen und nicht blind zu sein.

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Sean Kollak März 27, 2010 um 09:16

Ich stecke in dem gleichen Zwiespalt wie du. Auf der einen Seite bin ich ein Social Media Evangelist auf der anderen Seite sehe ich den Großteil der Kunden und Mitmenschen, die mit Twitter & Co. aber auch gar nichts anfangen können.

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Stefan Helbing März 27, 2010 um 09:22

die Leute, die eine Sache mit Herzblut und Enthusiasmus vorantreiben, haben oft Das Gefühl einen “Tunnelblick” zu entwickeln, nachdem Sie Ihr Engagement hinterfragen… (so what!?)

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Jens Best März 27, 2010 um 09:50

Das Engagement (beruflicher und privater Art) für die Verbreitung des Einsatzes von Social Media Tools in der gesellschaftlichen Kommunikation muss keinesfalls mit der Ausblendung des gesamtgesellschaftlichen Status Quo einhergehen.

Auch Erkenntnisse aus dem Einsatz von Social Media wie bereits von Mirko angedeutet wie z.B. die 90-9-1 “Regel” beim qualitativer Beteiligung von Usern dienen dem Verstehen nicht nur der digitalen Realität einer Gesellschaft.

Kurz gesagt sehe ich Social Media als eine Möglichkeit, bestehende Kommunikationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft zu hinterfragen, und hinsichtlich einer größtmöglichen Partizipation weiter zu entwickeln.

Also kein Tunnelblick, lediglich der ab und an frustrierte Blick der Voranschreitenden, wenn sich vor einem zu wenig tut. In diesem Sinne sei wiederholt: Stop evangelzing, start educating.

PS: @danielleicher du gibst doch nicht etwa schon auf? Freue mich auf nächstes “grillcamp”.

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Johannes März 27, 2010 um 10:56

Ich lebe und arbeite in einer “Welt”, in der Social Media noch nicht angekommen ist, so gut wie keine Rolle spielt und auch (noch) nicht relevant ist. (Aua, erstes Fettnäpfchen, werden wohl noch welche folgen…). Bin quasi “Außenstehender”.
Ich gebe Jürgen Recht. Der Eindruck, den ich bekomme, wenn ich in die Welt der SM-Professionals schnuppere, ist der, dass alle sich nur mit dieser SM-Welt beschäftigen, gegenseitig zitieren und nur den Maßstab “Social Media” kennen – oder schlimmer – akzeptieren. Oder, drastisch ausgedrückt: alle kochen im eigenen Saft. Wie gesagt: ist ein Eindruck, den ich bekomme. Heißt nicht, dass es so IST! Aber wenn dieser Eindruck selbst bei mir entsteht, der sich als überdurchschnittlich internetaffin sieht, dann sollte das in der Tat nachdenkenswert sein. Und deshalb finde ich diese Diskussion mal so richtig gut und nötig. SM ist wichtig, SM ist gut, SM ist die Zukunft – aber SM ist nicht ALLES. Und mir scheint, dass dies manchmal vergessen wird. Nix für ungut.

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Oliver Degel März 27, 2010 um 11:01

Ich glaube, Social Media wird sich dort totlaufen, wo es weiterhin schwätzt und um sich selbst dreht. Und Social Media wird dort erfolgreich sein, wo es hilft etwas in die Realität zu bringen, etwas zu schöpfen. Und da gibt es zumindesd ein paar Beispiele: Es hat dazu beigetragen dass Obama Präsident wird und es hat dabei geholfen einen Blumenladen zu retten. Immerhin…

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Sascha Stoltenow März 27, 2010 um 11:14

Der Tunnelblick ist ein anderer. Diejenigen, die meinen, Social Media als Tool einzusetzen, verkennen, dass Social Media es den Menschen ermöglichen, sich darüber auszutauschen, was sie beschäftigt – und zwar ohne Teil des großen übergreifenden Diskurs zu sein. Und nur, weil wir Social Media nutzen, um uns über Social Media auszutauschen, heißt das nicht, dass andere das auch tun. Die nutzen Social Media um sich über XYZ auszutauschen. Das ist die Logik, weshalb ich die Zukunft der Social Media Evangelists und wie sie auch immer heißen, eher skeptisch sehe, denn sie werden inhaltlich immer hinter denen her hecheln, die sich mit den Themen auskennen, die für die vielfältigen Kleinstmassen im Long-Tail auskennen.

Dazu ein konkretes Beispiel: Es gibt in Deutschland 41,7 Millionen PKW und etwas mehr als 26 Millionen Fahrerlaubnisse. Und obwohl der Anteil derer darunter, die Straßen bauen können, relativ klein sein dürfte, fahren die Menschen munter hin und her.

Social Media und das Internet sind Infrastruktur und die Nutzer fahren darauf mehr oder weniger kompetent rum – aber was sie am wenigstens brauchen, sind Leute, die ihnen ständig sagen wo und wie sie das tun sollen.

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Sascha Stoltenow März 27, 2010 um 11:15

Verschreiber:

Das ist die Logik, weshalb ich die Zukunft der Social Media Evangelists und wie sie auch immer heißen, eher skeptisch sehe, denn sie werden inhaltlich immer hinter denen her hecheln, die sich mit den Themen auskennen, die für die vielfältigen Kleinstmassen im Long-Tail relevant sind.

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Alexandra Graßler März 27, 2010 um 13:30

Sehr interessanter Beitrag und sehr interessante Kommentare. Ich denke auch schon des längerem über diese Phänomene nach. Und nachdem ich diese Woche zwei Vorträge zum Thema Social Media gehalten habe, ist mir wieder bewusst geworden, wie sehr das Motto das @Jens hier genannt hat: “start educating” wesentlich ist.

Die Kunst besteht für mich darin, die Menschen dort abzuholen, wo sie in ihrem (Berufs)Leben grad stehen und ihnen dazu Anknüpfungspunkte zu bieten, alles was SM bbeinhaltet an ihr bestehendes Tun anzudocken.

Genauso wie ich in meiner Ehrenamtstätigkeit bei Internetkursen für Senioren u.a. mit dem Medizinfuchs starte, weil das ein Bereich ist, der in dieser Altersgruppe eine hohe Relevanz hat.

Und diese Relevanzen der einzelnen Gruppen wieder viel mehr in den Mittelpunkt zu stellen, ist für mich der Kern, SM unter’s breite Internetvolk zu bringen.

Naja, werd wohl immer eine Lehrerin aus Leidenschaft bleiben :-) auch wenn ich schon lange nicht mehr unterrichte…

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Maurice Morell März 27, 2010 um 13:46

Ich predige auch den ganzen Tag. Ich tue auch was und verhelfe meine Kunden, sich mehr und mehr zu öffnen und die Ohren für ihre Kunden aufzusperren und sich mit Kundenaugen zu betrachten. Meine Erfahrung täglich: Angst, Angst, Angst! Angst, sich zu zeigen, etwas falsch zu machen, blöd da zu stehen, in der Branche, und privat, nicht mitzukommen mit “dem Wandel”. Selbst jüngeren Unternehmern fällt es schwer, sich an Netz-Diskussionen zu beteiligen. Angst! Statt das Spielfeld zu betreten und mitzuspielen und die Regeln mitzugestalten und schön zu spielen. Es wird aber und es ist eine Frage der Zeit. Ich habe den Bruch hin zu Desktop-Publishing Anfang der 90er miterlebt. Das ist damals ähnlich gelaufen. Samt Tunnelblick. Tief durchatmen hilft.

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Raventhird März 27, 2010 um 14:40

Die Antwort ist sehr einfach: Gute Inhalte machen. Dieses Social Dings ist ein Medium, ein Kanal und jeder entscheidet für sich, wie er es nutzt. Zum Teil völlig rendudant wird es dann, wenn sich Menschen in Social Media-Kanälen mit nichts anderem als Social Media beschäftigen. Genau DAS interessiert nämlich so gut wie niemanden in der Normalbevölkerung. Gute journalistische Inhalte, politische Blogs, Kultur, etc., über Internet-Kanäle geschickt treffen hingegen imho auf breites Userinteresse, wenn sie gefunden werden. Insofern ist das natürlich auch eine Meta-Kritik auch an diesem Blog, ich bin ja auf zumindest einigen Kanälen auch nicht besser.

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Sascha Pallenberg März 27, 2010 um 19:18

think global! Ich denke weit ueber 400 mio facebook user koennen nicht irren, oder?
es ist halt ein medium und dazu auch noch das schnellste und interaktivste. haettest du deine kleine umfrage bei den wirklichen digital natives gemacht, waere das ergebnis wohl anders ausgefallen, obwohl ich von der greenpeace kampagne auch nichts mitbekommen habe, was einfach an unterschiedlichen interessen liegen koennte ;)

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Jürgen März 27, 2010 um 19:40

Hallo Sascha, ich glaube Du verstehst mich falsch.

Ich stelle absolut nicht die Nutzung von Social Media in Frage.

Probleme sehe ich eher im Umgang von vielen Beratern im Umgang mit Social Media, eben bei denen die Social Media als Allheilmittel ihren Kunden andrehen.

Es wäre fälschlich zu glauben, dass Social Media zu jedem Unternehmen passt und alle Probleme der Firmen lösen kann.

Wo es passt bin ich absolut dafür!

Edit: Hier war und ist Sascha Pallenberg gemeint.

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Tarik März 27, 2010 um 19:49

Ich halte nicht ganz so viel von Social Media und benutze auch kein Twitter.

Ich weiß nicht, ob ich mich als “Power-User” zählen sollte, weil ich einen Feed-Reader benutze, einen Blog schreibe und ein bisschen Ahnung von PHP & Webdesign habe, aber insgesamt erscheint mir dein Text ein bisschen extrem.

Meinst du, dass man wirklich so extrem von Power-User und normalem Internet-User sprechen kann?

Kann man wirklich sagen, dass die Power-User den anderen Usern um Jahre voraus sind?
In Jahren wird man in meinen Augen garantiert kein Twitter benutzen, Social Media wird da wieder etwas anderes sein und die neuen Medien werden wieder nur von einem Teil der Leute benutzt werden und natürlich unterschiedlich intensiv.

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Jürgen März 27, 2010 um 19:53

Tarik, ich meine mit Power-User Menschen, die den ganzen Tag mit dem Internet zu tun haben, das sind in der Regel die Leute, die damit ihr Geld verdienen und das ist auch mein Umfeld, welches ich mit dem Artikel angesprochen habe.

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Jens Best März 27, 2010 um 20:16

Nur eine kleine Ergänzung.

Social Media ist mehr als nur ein Kanal oder ein Tool oder ein Medium. Dahinter steht ein gewandelter bzw. Sich wandelnder Umgang zwischen Menschen.

Social Media ist nicht nur eine neue Kommunikationsform, die man an “die Wirtschaft” verkauft, sondern ein Ausdruck einer sich immer besser und emphatischer organisierenden globalen (und lokalen) Gesellschaft.

Dass dies bei einigen Status Quo Bewahrer (auch in der Wirtschaft) Ängste, Ignoranz und Widerstände auslöst, ist Teil des Spieles. Und das der Otto-Normal-Surfer nach Jahrzehnten dümmlichen Konsum-Kapitalismus erstmal zur (digitalen) Partizipation hingeführt werden muss, ist ein trauriger Fakt, mit dem es sich auseinandersetzen zu gilt.

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Sascha Stoltenow März 28, 2010 um 11:30

Hallo Jürgen, ich glaube, Du hast nicht erkannt, dass ich versucht habe, deine Argumentation zu erweitern. Es gibt in der Tat einen Tunnelblick – den derjenigen, die glauben, die Kompetenz bei der Infrastruktur reichte aus, um über die Inhalte zu sprechen.

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Jürgen März 28, 2010 um 11:35

@Sascha Stoltenow, doch ich habe das schon erkannt.

Ich habe leider übersehen, dass hier mehrere Saschas kommtentiert haben.

Gemeint war in meinem Kommentar Sascha Pallenberg.

Sorry …

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Sascha Pallenberg März 29, 2010 um 06:13

Juergen,

da bin ich absolut bei dir. Die selbsternannten Evangelisten, die stolz darauf sind, dass ihnen bei Twitter 50 000 Leute folgen (und selber 60 000 Twitter User folgen), neben in der letzten Zeit rapide zu.
Wer Naegel fuer Saerge herstellt, braucht keine Social Media Kampagne, auch der Klempner um die Ecke oder die Firma, die ihm seine Werkzeuge zur Verfuegung stellen, benoetigen dies nicht.
Vertikale Maerkte sind (noch) aussen vor, ob ds so bleibt, ich kann es leider nicht beurteilen.

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